Irans Atomprogramm. Was meint ihr?

Es scheint eine Debatte für die Ewigkeit zu sein: darf der Iran Atomwaffen besitzen oder nicht?

Es ist wichtig, die Argumente beider Seiten in dem Streitpunkt zu hören.

Vor kurzem interviewte der Korrespondent der Tagesschau, Richard Schneider Israels Premier Netanjahu, der eine iranische Atombombe entschieden ablehnte:

http://www.tagesschau.de/ausland/israel-netanjahu100.html

Auf der anderen Seite versuchten Journalisten vor langer Zeit bei Maybritt Illner in die Köpfe der Machthaber Irans und Nordkoreas einzudringen, um deren Ambitionen besser zu verstehen.

Macht euch euer eigenes Bild von der Situation. Was ist eure Ansicht?

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10 thoughts on “Irans Atomprogramm. Was meint ihr?

  1. Sollte die Frage nicht eher lauten: Darf überhaupt irgendjemand Atomwaffen besitzen? Welcher Sichtweise unterliegen Sie?

    • So sollte sie in der Tat lauten. Leider war die Angelegenheit ab dem Moment, in dem die Waffen in einem Staat präsent waren, nicht mehr so einfach. Atomare Abrüstungsgespräche halte ich grundsätzlich für sinnvoll, solange sie von allen Beteiligten in gleichem Maße unterstützt werden. Abrüstungsgespräche benötigen allerdings einen gewissen Grad an Vertrauen. Und für Vertrauen bedarf es der gegenseitigen Empathie für die Verhandlungspartner. Und um sich in die Position des jeweils anderen hineinversetzen zu können, muss man die Sichtweise verstehen. Aus diesem Grund der Upload von Videodateien, die beide Positionen im Nahen Osten darstellen. Nur Verständnis kann die Basis für atomare Abrüstung und Verhinderung neuer Aufrüstung sein. Erst dann kommen wir zu Ihrer, meiner Meinung nach völlig berechtigten, Frage.
      Viele Grüße

      • Ich möchte dazu nur folgendes bemerken, der der sie bereits eingesetzt hat stellt diese Forderungen. Um glaubhaft zu sein, müßte also dieser zuerst handeln, oder nicht? Ganz egal jetzt um was es dabei geht.
        Dieses Theaterstück hatten wir bereits damals im Kalten Krieg und heute ist es wieder diesselbe Aufführung.

  2. Ja. Dennoch hätte ich eine Gegenfrage:
    Und wird es besser, wenn jener zuerst handelt, der sie eingesetzt hat ? Oder wird dieser nicht einfach nur durch jemand anderen ersetzt?
    Das Theaterstück bleibt doch so oder so das Gleiche, selbst wenn der Initiator sich zurückzieht.. Außer man geht aufeinander zu.

    • Tja, wie entsteht Vertrauen? Die Beantwortung dieser Frage beantwortet auch die Ihre. Da ich aus dem Verhalten der US-Regierung nicht ansatzweise friedliche Absichten erkennen kann, dürfte sich dies in dieser Debatte erübrigen, zumal sich das Schema der Vorgehensweise gut mit dem damaligen im IRAK-Konflikt vergleichen läßt. (Das betrifft die Kriegsabsicht, ich möchte die jeweiligen Regierungen jetzt nicht bewerten, halte jedoch die Taktik Syriens friedlicher und sehe bisher keinen Anlass dies nicht als Selbstverteidung zu werten)

      • Und was passiert, wenn die US-Regierung sich nicht mehr einmischt? Dann übernimmt ein anderer Akteur die Rolle. Es wird sich zeigen, ob der Fall Irak und Iran vergleichbar sind.
        Zu Syrien weiß man meiner Ansicht nach zu wenig.

    • “mit Machthaber Assad als Nutznießer.” und trotzdem einseitig, oder nicht?
      Ich sah noch keinen Artikel der die plumpen Attacken unserer “NATO-Freunde” kritisiert hätte und unseren “Friedensnobelpreisträger Obama” als das hingestellt hätte was er in Wahrheit ist – ein Kriegstreiber.

  3. Ich bin auch der Meinung, dass die gegenwärtige Berichterstattung über Syrien der Komplexität der Krise nicht gerecht wird. Allerdings nicht nur in diesem Fall, sondern auch in vielen anderen Beispielen. Ich habe mich bis jetzt noch wenig mit dem jungen Phänomen des “arabischen Frühlings” auseinandergesetzt. Dennoch habe ich mehr als einmal in unseren Zeitschriften (und auch akademischen Abhandlungen) gelesen, dass die Autoren Parallelen zu der Auflösung des Ostblocks ziehen. Dadurch wird ein Freund-Feind-Schema kreiert und dann in vielerlei Hinsicht unbewusst in die “offizielle” Berichterstattung übernommen. Sicherlich spielt dieser Aspekt auch in der Berichterstattung über Syrien mit hinein.
    Abgesehen davon ist es absurd, zwei historische Ereignisse zu vergleichen. Es kann Ähnlichkeiten geben, doch der arabische Frühling kann meiner Ansicht nach nicht unbedingt mit der Auflösung des Ostblocks verglichen werden.
    Allerdings ist es meiner Meinung nach nicht richtig, selbst wieder in ein Freund-Feind-Schema zu verfallen und einer einzigen Partei oder Person die Schuld für die missliche Lage zu geben. Es spielen viele Faktoren mit hinein und oft hat die Persönlichkeit eines Regierungsmannes auf die Situation gar keinen Einfluss. Es ist wie ein Rugbyspieler, der plötzlich Fussball spielen muss. Seine personellen Fähigkeiten helfen ihm da wenig, er muss der eines Fussballers angemessenen Weise reagieren. Es ist niemals ein Individuum, das den Lauf der Geschichte lenkt. Auch wenn es manchmal (und vielleicht auch durch schlechte Berichterstattung) danach aussieht. Es sind komplexe Systeme der sozialen Interaktion, die Umstände und Situationen kreieren, wo die beteiligten Akteure nach der ihrer Wahrnehmung und Ausgangslage entsprechenden Sichtweise handeln und das für sie optimalste Ergebnis gegeben der Strategien aller Anderen erzielen wollen. Das Ergebnis entspricht dann oft nicht dem erhofften Resultat, weil es oft das Produkt von Kompromissen ist.
    Auf welche “plumen Attacken” der NATO beziehen Sie sich?

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